• David Hirschmann

DANKE, DANIEL HOFER!


06.07.2020


Er hat rund 120 Einsätze in der Bundesliga bzw. 2. Liga auf seiner Visitenkarte stehen und war bei sieben von bisher acht Landesligaspielzeiten des TUS Heiligenkreuz mittendrin statt nur dabei. Daniel Hofer beendet seine großartige Karriere. Wir verneigen uns vor einem Fußballer, wie es sie heutzutage kaum noch gibt.

Hofer begann seine fußballerische Laufbahn im Nachwuchs des SV Hitzendorf, von wo er es über die Jugend des FC Gratkorn und des SV Thal im Jahr 2000 in die erste Mannschaft der Gratkorner schaffte. Schon als Nachwuchsspieler gab es die ersten unvergesslichen Highlights: 1998 die Teilnahme an der Snickers WM bzw. am Danone Cup in Paris und 1999 die Oberstufen WM in Sardinien. Nach zehn Jahren in Gratkorn, darunter der Aufstieg in die zweithöchste österreichische Spielklasse, wechselte Hofi 2007 zum SV Bad Aussee. Nach nur einem Jahr im Ausseerland und dem Abstieg aus der zweitklassigen „Erste Liga“ zog es den damals 24-jährigen Mittelfeldspieler zur SV Ried nach Oberösterreich. Dort feierte er gleich in der 1. Runde der Saison 2008/2009 sein Bundesliga-Debüt. Es war der 9. Juli 2008, als Hofi im Heimspiel gegen Altach in der 84. Minute für Stefan Lexa eingewechselt wurde (3:0-Heimsieg). Drei Spieltage später durfte er auswärts gegen die Wiener Austria volle 90 Minuten ran (1:3-Niederlage). Im Januar 2009 ging es dann wieder eine Ligastufe nach Unten zum 1. FC Vöcklabruck. Nach dem Abstieg mit Vöcklabruck aus der 2. Liga kehrte Daniel Hofer schließlich wieder zurück in die Steiermark, wo ihn Kapfenberg verpflichtete. Im Trikot der obersteirischen Falken folgten in der Saison 2009/10 noch zwei weitere Bundesligaeinsätze gegen Salzburg und Rapid.

Im Alter von 26 Jahren verabschiedete sich Daniel Hofer im Jänner 2010 vom Profifußball und wechselte in die Regionalliga Mitte, zuerst zum SV Allerheiligen und zweieinhalb Jahre später zum SC Kalsdorf. Im Juli 2013 war es schließlich soweit: Dem TUS Heiligenkreuz gelang es Hofi in die Landesliga zu lotsen und es folgten sieben sehr erfolgreiche und schöne Jahre in Gelb-Schwarz, die nun ihr Ende gefunden haben.

In ganz besonderer Erinnerung bleiben werden dem leidenschaftlichen AS Roma- und Francesco Totti-Fan aber die vielen persönlichen Begegnungen in all den diversen Cup- und Meisterschaftsspielen. Hofer durfte in seiner Karriere u.a. gegen den Liverpool-Star und frischgebackenen englischen Meister Sadio Mane sowie den deutschen Doublesieger und Bayern-Star David Alaba spielen. Mit Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner verbindet ihm außerdem die gemeinsam aktive Zeit in Ried. Einzig ein Aufeinandertreffen mit seiner Roma und Totti blieb dem 38-Jährigen leider verwehrt. Gegönnt hätten wir es ihm…

Auf dem Platz war Daniel Hofer immer ein leidenschaftlicher Kämpfer, einer der keinen Zweikampf scheute und dem fast jedes Mittel recht war, dass seine Mannschaft als Sieger vom Platz ging. Bei den Gegenspielern war er gefürchtet und auch von den Schiedsrichtern ließ er sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Fast rekordreif dürfte die Anzahl an Karten, die Hofi nur allein in seiner Zeit bei Heiligenkreuz kassierte, sein. Unsere Rückennummer 5 schien es oft umso mehr zu motivieren, wenn das ganze Stadion gegen ihn war. Mit ihm verliert der TUS Heiligenkreuz einen Spieler, wie es sie im heutigen Fußball nur noch selten gibt: Einen echten Typen, der geradeaus sagt, was er sich denkt und der sich nicht einfach verbiegen lässt. Umso freundschaftlicher und harmonischer war das Verhältnis, wenn man Hofer außerhalb vom Fußballplatz kennenlernen durfte. Zuletzt wurde er aber auch am Spielfeld zunehmend ruhiger und bequemer, hatte immer öfter mit Verletzungen zu kämpfen und die Prioritäten haben sich verschoben. Im November 2018 hat der kleine Paul das Licht der Welt erblickt und das Leben von Daniel und seiner Aline in der am Schönsten möglichen Art und Weise verändert.

Das Leben ist auch abseits vom Fußball schön. Daniel Hofer war sehr lange mit dem Fußball verbunden und will jetzt Abstand gewinnen. Ob er sich eine Rückkehr als Trainer, Funktionär oder gar als Schiedsrichter vorstellen kann? „Aktuell nur schwer aber im Leben kann man niemals nie sagen“, hat er uns erzählt.

Lieber Hofi, aufgrund der Coronakrise war leider kein persönlicher Abschied am Sportplatz möglich aber das holen wir nach. Bis dahin stellen wir uns deinen Abschied bei uns in der Schlagerfestung einfach so vor, wie jenen von Francesco Totti in Rom. Übrigens: Falls du doch wieder Bock auf eine Aufgabe im Fußball bekommen solltest, beim TUS Heiligenkreuz ist die Tür für dich jederzeit offen. Herzlichen Glückwunsch zu deiner tollen Karriere, vielen Dank und alles Gute! Du bist und bleibst in der TUS Heiligenkreuz-Familie! (David im Namen des gesamten TUS Heiligenkreuz)