• David Hirschmann

Eine Derby-Niederlage tut immer weh


(c) Johann Stückler

Der TUS Teschl Heiligenkreuz muss sich zum Auftakt der 28. Runde in der Landesliga im Derby beim SV Wildon mit 1:2 geschlagen geben. Bitter: Das 0:1 entstand aufgrund einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns und das 0:2 passierte aus einem Eigenfehler. Johannes Driesner netzte zum Anschlusstreffer ein und am Ende wäre zumindest ein Punkt möglich und verdient gewesen.


Ein Derby hat eigene Gesetze. Das sollte sich auch an diesem Abend bewahrheiten. Nicht nur, dass das Spiel weder Freitag, Samstag oder Dienstag, sondern an einem Mittwochabend als exklusiver Auftakt in die 28. Runde der Landesliga stattfand, auch beim Match selbst erinnerte ich mich öfter an diesen Spruch. Heiligenkreuzer Zuschauer, die rund eine Stunde vor Ankick scharenweise im Wildoner Stadion eintreffen, obwohl sie es ansonsten eher "englisch" halten und erst kurz vor Matchbeginn auftauchen? Ja tatsächlich war das an diesem Mittwoch der Fall! Mir war das fast schon unheimlich... Bereiten die derbygemäß etwa eine große Choreo im Gästesektor vor? Ein paar Minuten später die logische Antwort: Natürlich nicht, VIP-Spiel ist und da gilt es natürlich vor dem Fußballspiel keine kulinarische Köstlichkeit auszulassen, um sich danach stressfrei den Kick selbst zu Gemüte führen zu können. Während die Fans diesmal etwas früher da waren, kamen dafür die Fußballer zum Großteil etwas später als sonst. Stau auf der Wildoner Autobahnabfahrt, weil sich Niemand das große Derby Wildon vs. Heiligenkreuz entgehen lassen will?! Und wieder ein paar Momente später die Antwort: Natürlich nicht, verlängertes Wochenende und dementsprechend erhöhter Reiseverkehr in Richtung Süden.


Naja... Egal, bei uns war das Derbyfieber jedenfalls groß! Ein ganz besonderes Match war es für unseren Goalie Daniel Stoiser, stand der doch vor seinem Wechsel nach Heiligenkreuz ganze sechs Jahre zwischen den Wildoner Pfosten, ähm Torpfosten natürlich. Von der Tribüne aus unterstützt wurde er auch an diesem Abend, wie eigentlich immer, von seiner Freundin. Weil wir gerade beim Thema Torhüter sind: Besonders groß war auch die Freude über das Wiedersehen mit unserem ehemaligen Goalie-Trainer Roland Harmuß, der inzwischen die Torhüter beim Bezirksrivalen trainiert und daneben auch noch die Jugendleitung des Vereins innehat.


Jetzt aber zum Match: Unsere Gelb-Schwarzen drückten von Beginn an aufs Gas. Die Hausherren selbst benötigten etwas mehr Zeit bis sie im Spiel angekommen waren aber als sie dann drinnen waren, waren sie richtig drinnen und hatten gleich mehrere gute Tormöglichkeiten. Stoisi und seine Vorderleute vereitelten diese jedoch mit starken Abwehrleistungen. In der 36. Minute zeigte Schiedsrichter Erwin Kommodnyik zur großen allgemeinen Verwunderung auf den Elfmeterpunkt. Marco Heibl hatte den Ball im Strafraum an den Hals bekommen. Patrick Schlatte schnappte sich die Kugel und netzte zum 1:0 für Wildon ein. Das war auch das Halbzeitergebnis.


Nach Wiederanpfiff schüttete es zwischenzeitlich wie aus Kübeln. Einen Fehler in unserer Abwehr nutzte der Wildoner Kapitän Manuel Zöhrer schonungslos und traf in Minute 50 zum 2:0. Der zweite Gegentreffer schien für die Truppe von Jerko Grubisic wie ein Weckruf gewesen zu sein, denn plötzlich klappte das besser mit den Laufwegen und dem frühzeitigen Attackieren. In der 62. Minute netzte der für Kapitän Sule Mohsenzada eingewechselte Johnny Driesner zum inzwischen mehr als verdienten 2:1-Anschlusstreffer ein. Es folgten weitere gute Chancen aber das Spielgerät wollte einfach nicht ein zweites Mal ins gegnerische Tor. Somit blieb es schlussendlich beim 2:1 zugunsten der Hausherren.


Kurios: Zwei Runden vor Saisonende war der Derbysieg gegen unsere Heiligenkreuzer das letzte Spiel für Wildon-Coach Udo Kleindienst. Die Wildoner empfangen nächste Woche dann ohne ihn Fürstenfeld, während unsere Gelb-Schwarzen zuhause auf Rottenmann treffen.


Auch wenn es schon bedeutendere Niederlagen gab und unseren Gelb-Schwarzen - so ehrlich muss man sein - in dieser Saison nichts mehr passieren kann, eine Niederlage im Derby tut dennoch immer weh.